Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare und Analysen

Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare  und Analysen
Das Videoregal... unendliche Weiten... ein Affenmensch stellt sich den unerbittlichen Attacken der Filmindustrie. Ein Forschungsprojekt über Blu-ray Disc, DVD, VHS und Kino. Garantiert antizyklische Reviews aus dem All.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die monatliche Medienampel 02/12

Liebe Medienfreundinnen und Medienfreunde,

heute bin ich direkt froh, mich für diese Form des Monatsrückblicks entschieden zu haben. Weiter drückt die Zeit, so daß ich mich an dieser Stelle ganz frisch, fromm, fröhlich und frei der Intention dieser Telegrammform widme und einfach kurz den Konsum Revue passieren lasse.

Montag, 27. Februar 2012

Media Monday #35

Liebe Dudes und Dudistinnen,

es ist schon wieder Montag, fast Ostern, Weihnachten und Neujahr. Also klopfe ich wieder mit meinem affigen Hasenfuß, blicke auf meine riesige Taschenuhr und versuche ein Maximum an Zeit auf Wulfi seinen Medienmontag zu verwenden.

Samstag, 25. Februar 2012

The Ghost of Slumber Mountain (1918)

Nachdem er seine animatorischen Fähigkeiten in seinen Kurzfilmen The Dinosaur and the Missing Link und R.F.D. 10,000 B.C. nicht nur erprobt, sondern bereits unter Beweis gestellt hatte, wurde der heute als Stop-Motion-Legende bezeichnete Willis H. O'Brien vom Produzenten Herbert M. Dawley um Mitarbeit an The Ghost of Slumber Mountain gebeten. Dies sollte für O'Brien zugleich der erste Film werden, der seine Effektarbeit mit realen Schauspielern kombiniert, wenn auch noch nicht so stark interagierend.

R.F.D. 10,000 B.C.: A Mannikin Comedy (1916)

Mit dem 1917 im Paket seiner Kurzfilme an die Edison Company verkauften R.F.D. 10,000 B.C. schließt Willis H. O'Brien unmittelbar an den Stil seines vorhergehenden Werkes The Dinosaur and the Missing Link an und liefert abermals eine vollanimierte Steinzeitmenschenkomödie, bei der die Dinosaurier nun mittlerweile im Stil von Familie Feuerstein zum Nutztier umfunktioniert worden sind. Das Ergebnis ist demzufolge nicht nur rückwärtig in den Zeiten vermischt, sondern berichtet von einem Postboten, der mit seinem Sauriergespann loszieht und Valentinsbriefe lesend und vertauschen in das Liebesleben seiner Mitbewohner eingreift. Hier wird sogar ein Mensch in zwei Hälften gerissen, doch die Pointe ist diesmal nicht ganz so zielgenau.
Inhaltlich Geschmackssache, braucht sich auch R.F.D. 10,000 B.C. jedoch nicht für seine Effektarbeit verstecken. Insbesondere der als Zugtier der prähistorischen Postkutsche angespannte Saurier ist einen Blick wert. Eine wesentlich bedeutsamere Stufe in Richtung Die verlorene Welt stellt allerdings The Ghost of Slumber Mountain dar, in dem O'Briens Effekte erstmal mit Szenen, die echte Schauspieler zeigen, kombiniert werden.

Originaltitel: R.F.D. 10,000 B.C.: A Mannikin Comedy
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 1916, USA
Regie: Willis H. O'Brien

OFDb, IMDb

The Dinosaur and the Missing Link: A Prehistoric Tragedy (1915)

Es war gerade gute 13 Jahre her, daß der Filmpionier Georges Méliès, zu dessen Entdeckungen die Grundlagen der Stop Motion zählen, mit Die Reise zum Mond als einem der ersten erzählerischen Filme einen vergleichsweise großen Achtungserfolg im Kino feiern konnte. Willis H. O'Brien, der später mit seinen Effekten für King Kong und die weiße Frau zu bedeutendem Weltruhm gelangen sollte, hegte eine Leidenschaft für die Archäologie bis hin zur Teilnahme an Expeditionen, doch zunächst hatte es noch eines Umweges über einen Karriereversuch als Cowboy, Boxer und als Comiczeichner für die San Francisco Daily World bedurft, bis O'Brien schließlich begann, mit Figurenanimationen in kurzen Clips zu experimentieren und schließlich in ersten Erzählfilmen wie The Dinosaur and the Missing Link sein Interesse mit dem Medium zusammenzuführen.

Montag, 20. Februar 2012

Media Monday #34

Liebe Medienfreundinnen und Medienfreunde,

auch diesen Montag ist Medienmontag. Was also liegt da näher als den Lückentext zu beantworten?

Sonntag, 19. Februar 2012

Beutezeit (1980/1999)

Literatur scheint gegenüber anderen Medien immer auf höherem Bildungsstatus angesehen zu sein. Dabei war die Veröffentlichung von Büchern auch bald eine Industrie, die Kolportage oder der Groschenroman schnell die Nische für Andersartigkeit, seichte Unterhaltung oder einfach Schund geworden. Schon die frühen Versionen der von den Gebrüdern Grimm gesammelten Märchen waren eher für Erwachsene geeignete Schauergeschichten.
Als Jack Ketchum seinen Debütroman Off Season schrieb, war ihm bewußt, daß der Verlag ein Mitspracherecht haben würde und er auf Wunsch Teile umzuschreiben habe. Nicht vorbereitet war er auf lange und detaillierte Verhandlungen, wie er im Nachwort zur rekonstruierten Neuauflage seines Romans, die unter dem Titel Beutezeit erstmals den Weg in den deutschen Sprachraum gefunden hat, schreibt. Selbst hierbei handele es sich nur um eine zweite Version. Den ersten Entwurf habe er nach den Reaktionen wutentbrannt in den Müll geworfen. Dennoch habe bereits die gekürzte Fassung für Aufruhr gesorgt. Trotz guter Verkäufe habe er Läden beobachtet, die nach Abverkauf keine Nachbestellungen mehr tätigten.

Samstag, 18. Februar 2012

Die Mächte des Lichts (1982)

Der fiese Traigon (Roberto Ballesteros) jagt die Mutter seines Erstgeborenen. Brutal schlachten seine Reiter ihre Gefolgschaft ab. Traigon reißt das Kleine an sich. Er hat geschworen sein erstes Kind Kalgara zu opfern. Doch da schreit ein zweites am Herzen der Mutter. Trotz angedrohter Zwangssterilisation mit der gemeinen Gartenkralle mag die Frau nicht zugeben, welches Baby denn das erste gewesen sei, da sie die Winzlinge dadurch schützen möchte. Krona (Martin LaSalle), der wie ein zotteliger Hare Krishna anmutet, schreitet zur Rettung. Er kann Traigon zwar Einhalt gebieten, doch die Mutter stirbt. Das ginge nicht, haucht sie zu letzt über Kronas Pläne, die beiden zu mächtigen Kriegern auszubilden, die Traigon endgültig besiegen und so ihre Rache nehmen könnten. Es handle sich um Mädchen!
Doch Krona verdreht die Augen, will dennoch zu seinem Versprechen stehen. Blau läßt er seine Zöglinge aufleuchten. Er überträgt ihnen seine Kräfte. Von nun an sollen sie wie eins sein. In Dargon (William Arnold), einem Landwirt, findet er einen willigen Paten, um die Geschwister aufzuziehen.

Montag, 13. Februar 2012

Media Monday #33

Liebe Medienfreundinnen und Medienfreunde,

schon schnapszahlt Wulfens Media Monday. Und ich bin immer noch dabei. Die Entwicklung geht in zwei Richtungen. Einerseits erfordert die Fragestellung mehr Tiefe, andererseits machen es einem die genannten Personen nicht immer einfach.

Samstag, 11. Februar 2012

Ich mag das Schöne dieser Welt

Heute ist es wohl wirklich wahr, was man im Film Demolition Man seinerzeit noch für Science Fiction hielt. Werbejingles des 20. Jahrhunderts werden wie Golden Oldies gespielt und gesungen. Schuld daran ist nicht ausschließlich die Eingängigkeit der kurzen Anpreisungen. Werbung hat sich mit den Jahren zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Produkte werden durch künstliche Präparate überlebensecht abgebildet. Der Aufwand gleicht Actionfilmen und/oder aufwändigen Musikvideos. Die akkustische Untermalung steht dem in Nichts nach. Oft werden populäre Musiktitel in der Werbung eingesetzt oder geraten umgekehrt durch die Dauerberieselung zum Chartbreaker. Es ist dabei eine Tradition, selbst Märsche an Dosengemüse anzupassen und somit vornehmlich die Texte nach dem Produkt zu beugen.

Montag, 6. Februar 2012

Media Monday #32

Liebe Medienfreundinnen und Medienfreunde,

da ist die Woche schon fast herum und ich hab noch nicht am neuen Media Monday teilgenommen. Das geht nun wirklich nicht. Also auf ins Gefecht. Denn wöchentlich grüßt das Medientier.

Sonntag, 5. Februar 2012

Snakes on a Train (2006)

Die Fahne des Videotheken-Rip-Offs von aktuellen Kinoproduktionen empor reckend, hat sich die Produktionsfirma The Asylum eigentlich einen Ruf erarbeitet, der es erlauben müßte, diese Information als selbstverständlich hinzunehmen. Doch auch wenn der Titel Snakes on a Train nur zu deutlich auf das Publikum des einigermaßen erfolgreichen Snakes on a Plane abzuzielen versucht, hat sich der deutsche Verleih hier einen besonderen Trick einfallen lassen, denn in den Regalen stehen inzwischen Zweitvermarktungen unter Titeln wie Zombies im Zug und Snake Hell, von denen letzterer, so muß man zugeben, fast am passendsten erscheint.
Anstatt nämlich den ganzen Katastrophen-Krimi-Plot des Vorbildes auf Snakes on a Train zu übertragen, setzen die Macher an ganz anderer Stelle an und bewegen sich damit auf dem Terrain, das mehr dem klassischen Gruselstoff ähnelt. Ein mexikanisches Pärchen hat es dabei fies getroffen. Nicht mit der Verbindung einverstanden, belegten die Eltern Alma (Julia Ruiz) mit einem uralten Fluch, der sie ihre Seele in Form von Schlangen hervorwürgen läßt. Diese in Weckgläsern sammelnd befinden sich die beiden nun auf der Flucht nach Los Angeles, wo sich Alma einem Exorzismus unterziehen soll. Der Weg führt sie dabei - wie sollte es anders sein - in einen Zug.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Dämmerschein

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

auch wenn ich hemmungslos nachzügle, so bin ich doch bei Nummer 10 der 52 Songs angelangt. Und immer wenn man denkt, daß es am Einfachsten würde, so stellt es sich als neue Herausforderung dar.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Das Brot des Bäckers (1976)

Es gibt einen einfachen Grund, warum Das Brot des Bäckers noch nicht auf DVD erschienen ist: Menschen sind oberflächlich. Meine Eltern zum Beispiel schätzen solche Erzählungen über Familienschicksale und Generationswechsel. Als ich sie auf ihre Unkenntnis des Films ansprach, meinten sie, den Titel mit Langeweile assoziiert zu haben.
Dabei ist Vermarktbarkeit von handwerklicher Qualität genau das Thema des Debütwerkes des schweizer Regisseurs Erwin Keusch. Hier findet sich ein erster Beleg für die Allgemeingültigkeit der in der gewählten Umgebung stattfindende Handlung.
Selbst aus einer Bäckerfamilie stammend, war diese sich auf die Detailtiefe auswirkende Wahl für Keusch nur natürlich. Dabei handelt Das Brot des Bäckers von weit mehr als dem Brot backen. Es ist ein heiter-melancholisches Geflecht von sensibler Beobachtungsgabe.

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