Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare und Analysen

Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare  und Analysen
Das Videoregal... unendliche Weiten... ein Affenmensch stellt sich den unerbittlichen Attacken der Filmindustrie. Ein Forschungsprojekt über Blu-ray Disc, DVD, VHS und Kino. Garantiert antizyklische Reviews aus dem All.

Sonntag, 28. November 2010

30 Days of Night (2007)

Nördlichstes Alaska: Ein kleiner Ort in der verschneiten Einöde bereitet sich auf 30 Tage Nacht vor - die Einwohner bevorzugen zumeist die Flucht in hellere Gefilde. Nach mysteriösen Sabotageakten sind einige von ihnen gezwungen, Kälte und Dunkelheit zu trotzen. Dann kommt der erste Fremde in den Ort, fällt durch die Bestellung bevorzugt blutiger Fleischeskost auf.
30 Days of Night ist die Umsetzung einer Graphic Novel von Steve Niles. Die Vampirgeschichte erinnert in seinem Gerüst ein wenig an die Carpenter-Filme Assault on Precinct 13 und The Thing. Ein großer Haken ist möglicherweise schon in der Comic-Vorlage zu suchen.
Tatsächlich scheint eine abgeschiedene Stadt im eisigen Nirgendwo wie prädestiniert für sadistische-subversive Attacken eines Vampirclans als dessen Resultat ein blutrotes Massaker bestens von den weißen Kulissen kontrastiert wird. Diese in Neuseeland entstandene Schneewelt ist auch durchaus als gelungen zu bezeichnen.
Defizite ergeben sich in der Absicht, diese karge Landschaft nun mit Leben zu füllen. Beziehungen der Figuren zueinander werden angedeutet. Dennoch bleiben schon die menschlichen Protagonisten leblose Hüllen, Marionetten in einer Darstellung, die von einem dramatischen Eingriff in den Frieden zehren möchte.
Ein hanebüchenes Mysterium von im Verborgenen hausenden Vampiren, die sich die ewige Nacht zu Nutze machen wollen, scheitert schließlich ein wenig daran, daß ihr Tun zunehmend konzeptlos wirkt und sich den eigenen Regeln kaum zu unterwerfen scheint.
Letztlich gelingt es David Slade nicht, den Zuschauer für die bedrohliche Situation zu interessieren, da die oberflächliche Betrachtung Emotionen kaum zuläßt. Ein paar deftige Splatterszenen genügen nicht, um 30 Days of Night unbedingt reizvolle Eigenschaften andichten zu können.

Originaltitel: 30 Days of Night
Deutscher Titel: 30 Days of Night
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 16.10.2007, Hollywood, Kalifornien, USA
Regie: David Slade
Darsteller: Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster, Mark Boone Junior, Mark Rendall, Amber Sainsbury, Manu Bennett, Megan Franich u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia

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