Als der Mensch im Weltall noch Gegenstand der Fiktion und Kontinentalflüge bereits nahezu unerschwinglich waren, bot schon die Erde ausreichend exotische Plätze, um fesselnde Abenteuer zu versprechen. Krieg und wirtschaftliche Depression hatten jeher ihren Einfluß auf die Unterhaltungsindustrie. Besser und größer musste es sein, das kennen wir noch heute. Es gab aber nicht nur Remakes von alten Stummfilmen und das Streben nach neuen Gipfeln, sondern auch zur damaligen Zeit schon B-Movies wie Jungle Man, die durch ihre Inhaltsangabe Filmspektakel versprachen, die durch das niedrige Budget noch weniger gehalten werden konnten, als es die damaligen technischen Möglichkeiten erlaubten.
Akkordschauspieler Buster Crabbe, der als vermutlich einziger Darsteller sowohl als Billy Carson, Buck Rogers, Flash Gordon und Tarzan aufgetreten ist, sah man unter anderem auch in den Abenteuerstreifen Kaspa, der Löwenmann, Die Rache des Gorilla und an der Seite von Jungle Jim (Johnny Weissmüller) in Die Dschungelgöttin. Das spektakulärste an Jungle Man dürfte jedoch ein erneutes Treffen von Crabbe mit seinem ehemals filmischen Gegenspieler Ming alias Charles Middleton sein. Vince Barnett taucht als Angelo in Scarface auf und Regisseur Harry L. Fraser durfte zur Produktionszeit bereits auf eine beachtliche Zahl Western von der Stange, den Abenteuerfilm The Savage Girl und den Frank Buck Reißer Jungle Menace zurückblicken. Später ließ er noch The White Gorilla folgen.
Jungle Man ist nach ähnlich bedingt innovativem Muster gestrickt und verliert den anfänglichen Reiseanlaß von William Graham (Paul Scott) und seiner Tochter Betty (Sheila Darcy), mit den beiden Regatta Seglern Bruce (Weldon Heyburn) und Andy (Robert Carson) auf Safari in Afrika nach der Stadt der Toten zu suchen fast völlig aus den Augen. Diese wird unter der Verwendung von Stock Footage kurz aufgegriffen, spielt aber gegenüber der Begegnung mit Missionar James (Charles Middleton) und Junga, dem Dschungelarzt Dr. Hammond (Buster Crabbe) nur eine untergeordnete Rolle.
Daß Dr. Hammond eine Seuche zu bekämpfen hat, wird neben dem belanglosen zwischenmenschlichen Geplänkel, bei dem Sheila Darcy im afrikanisch inspirierten Wickelrock neckisch ihre Schenkel zur Schau stellen darf und lieblos eingestreuten Dschungelstandards zum dramatischen Höhepunkt, der in einem Tauchgang mit Archivhaien gipfelt.
Heute daher überhaupt noch eine Beachtung für Jungle Man zu finden fällt sichtlich schwer. Sicher kann man auch diesen Film an einem Sonntag Nachmittag plätschern lassen, nur gibt es keine speziellen Argumente, warum unbedingt dieser Film dafür gewählt werden müßte. Wie eine amtliche Abenteuerparade im Dschungel aussieht, hat man mit Ikone Weissmüller bereits in 4 vorher gedrehten Tarzan Filmen erleben dürfen und selbst in der B - Liga erweisen sich Filme vom Kaliber Elfenbeinschmuggler von Kybo noch als eine Nuance unterhaltsamer. Wer sich also nicht gerade als Komplettist des Dschungel Genres ansieht, kann an diesem Film getrost vorbei gehen. Ohne große Höhepunkte und in Anbetracht leicht verfügbarer Konkurrenz hat der Zahn der Zeit das wenige Unterhaltungspotential dieses Films praktisch zernagt. Da kann die nette Besetzung auch nichts retten.
Originaltitel: Jungle Man
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 19.09.1941, USA
Regie: Harry L. Fraser
Darsteller: Buster Crabbe, Charles Middleton, Sheila Darcy, Vince Barnett, Weldon Heyburn, Robert Carson, Paul Scott, Hal Price, Floyd Shackelford u.a.
OFDb, IMDb, Wikipedia (en)
vor 39 Minuten

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