Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare und Analysen

Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare  und Analysen
Das Videoregal... unendliche Weiten... ein Affenmensch stellt sich den unerbittlichen Attacken der Filmindustrie. Ein Forschungsprojekt über Blu-ray Disc, DVD, VHS und Kino. Garantiert antizyklische Reviews aus dem All.
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Samstag, 25. Februar 2012

The Ghost of Slumber Mountain (1918)

Nachdem er seine animatorischen Fähigkeiten in seinen Kurzfilmen The Dinosaur and the Missing Link und R.F.D. 10,000 B.C. nicht nur erprobt, sondern bereits unter Beweis gestellt hatte, wurde der heute als Stop-Motion-Legende bezeichnete Willis H. O'Brien vom Produzenten Herbert M. Dawley um Mitarbeit an The Ghost of Slumber Mountain gebeten. Dies sollte für O'Brien zugleich der erste Film werden, der seine Effektarbeit mit realen Schauspielern kombiniert, wenn auch noch nicht so stark interagierend.

R.F.D. 10,000 B.C.: A Mannikin Comedy (1916)

Mit dem 1917 im Paket seiner Kurzfilme an die Edison Company verkauften R.F.D. 10,000 B.C. schließt Willis H. O'Brien unmittelbar an den Stil seines vorhergehenden Werkes The Dinosaur and the Missing Link an und liefert abermals eine vollanimierte Steinzeitmenschenkomödie, bei der die Dinosaurier nun mittlerweile im Stil von Familie Feuerstein zum Nutztier umfunktioniert worden sind. Das Ergebnis ist demzufolge nicht nur rückwärtig in den Zeiten vermischt, sondern berichtet von einem Postboten, der mit seinem Sauriergespann loszieht und Valentinsbriefe lesend und vertauschen in das Liebesleben seiner Mitbewohner eingreift. Hier wird sogar ein Mensch in zwei Hälften gerissen, doch die Pointe ist diesmal nicht ganz so zielgenau.
Inhaltlich Geschmackssache, braucht sich auch R.F.D. 10,000 B.C. jedoch nicht für seine Effektarbeit verstecken. Insbesondere der als Zugtier der prähistorischen Postkutsche angespannte Saurier ist einen Blick wert. Eine wesentlich bedeutsamere Stufe in Richtung Die verlorene Welt stellt allerdings The Ghost of Slumber Mountain dar, in dem O'Briens Effekte erstmal mit Szenen, die echte Schauspieler zeigen, kombiniert werden.

Originaltitel: R.F.D. 10,000 B.C.: A Mannikin Comedy
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 1916, USA
Regie: Willis H. O'Brien

OFDb, IMDb

Dienstag, 20. September 2011

Die verlorene Welt (1925)

Willkommen zu einer Zeitreise im Großwildjägerjargon mit kolonialistischem Flair und einer gehörigen Portion Urzeitwesen. Wie die Buchvorlage des Sherlock Holmes Erfinders Sir Arthur Conan Doyle stützt sich Die verlorene Welt auf eines der letzen, wenn auch zur damaligen Zeit schon aufgeklärten, Mysterien dieser Erde. Berichte Robert Hermann Schomburgks über den süd-amerikanischen Tafelberg Roraima-Tepui waren es, die Doyle zu seinem 1912 veröffentlichten Roman über eine auf einem steilen Berg isolierte, prähistorische Welt anregten.
Tatsächlich hatte es kein Ureinwohner gewagt, diese verlorene Welt, diese Götterwohnung, von dessen bis zu 3000 Meter hoher Sorte der Landstrich durch Venezuela, Guyana und Brasilien durchzogen ist, zu erklimmen, wobei aufgrund der steil abfallenden Wände kaum eine Möglichkeit als aus der Luft besteht, auf die Hochplateaus zu gelangen. 1884, bei der Erstbesteigung des Roraima-Tepui, welches eben über die in der Geschichte verarbeiteten Felsnadel verfügt, fand Everard Im Thurn natürlich keine Dinosaurier, aber eine großteils einzigartige entwickelte Tier- und Pflanzenwelt, was mit einem gewissen wissenschaftlichen Hintergrund ja immer noch Spielraum zum träumen läßt.

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