Da Hardy Krüger mit Filmen wie Einer kam durch nun auf den internationalen Markt schielte, 1957 des weiteren noch im recht amtlichen Banktresor 713 aufspielen durfte, hatte er eine Rückkehr an ein seine Karriere beschmutzendes Set nicht wirklich nötig. Dieser Ausfall der Figur Thoren überschattet eigentlich den ganzen Film Liane - Die weiße Sklavin, der damit beginnt, daß die sich in Afrika doch am heimischsten fühlende Hauptfigur Sehnsucht nach ihrem geliebten Freund entwickelt. Dadurch ist sie anfällig für die Vorschläge der Besucher, sich doch einmal vom Fleck zu bewegen.
Durch Versatzstücke verschiedenster Abenteuervorlagen geschoben ist Herr Krüger den Machern bald vergessen. Die etwas züchtiger bekleidete Marion Michael wird zuweilen begehrtes Objekt für einen Scheich, es wird gefangen, geflohen und überlebt, so daß die größte Heldentat wohl die des Zuschauers darstellt, welcher über die eigentlich recht kurze Laufzeit nicht in lauthalsiges Schnarchen ausgebrochen ist.
Liane - Die weiße Sklavin ist ein unnötiger Nachschlag für eine historisch spätestens wegen des tragischen Schicksals der jung-naiven Hauptaktrice für den deutschen Film wichtigen, aber eben inhaltlich ernüchternden Eskapade. Höchstens Trashromantiker erfreuen sich noch an diesem Gespinst aus deutschen Landen, welches vor Nachlässigkeit strotzt und von Musik- wie Tanzeinlagen überhaupt auf Länge gebracht werden muß.
Originaltitel: Liane - Die weiße Sklavin
Produktionsland: Deutschland, Italien
Erstaufführung: 11.10.1957, Deutschland
Regie: Hermann Leitner
Darsteller: Marion Michael, Adrian Hoven, Rik Battaglia, Nerio Bernardi, Jean Pierre Faye, Lei Ilima, Friedrich Joloff, Marisa Merlini, Edward Tierney, Saro Urzì, Rolf von Nauckhoff u.a.
OFDb, IMDb, Wikipedia
vor 39 Minuten

Ich wusste gar nicht, dass die arme Marion noch einmal auf "Liane" machen musste. Der Vorläufer wirkte wenigstens noch belustigend, weil Hardy Krüger so Adenauer-mässig auf Johnny Weissmüller mit Muskelansätzchen machen durfte. Die "weisse Sklavin" muss jedoch schon eine mittlere Zumutung sein...
AntwortenLöschenAbsolut. Wobei die Narrenfreiheit der Filmwunder hier schon z.B. erstaunliche Nähe zwischen kontinentalen Schauplätzen schafft, die Figuren manchmal erstaunliche Fähigkeiten an den Tag legen und die Schaudarbietungen unfreiwillig komisch sind. Insgesamt muß man aber schon sehr abgebrüht sein, um das noch geniessen zu können.
AntwortenLöschenDer zweite Film ist übrigens auch erfolgreich gelaufen, weshalb es noch einen dritten Teil geben sollte, den Marion Michael jedoch nach ihrem Unfall nicht mehr drehen wollte. Stattdessen gab es 1961 dann noch einen Zusammenschnitt der beiden Filme unter dem Titel Liane - Die Tochter des Dschungels.