Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare und Analysen

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Das Videoregal... unendliche Weiten... ein Affenmensch stellt sich den unerbittlichen Attacken der Filmindustrie. Ein Forschungsprojekt über Blu-ray Disc, DVD, VHS und Kino. Garantiert antizyklische Reviews aus dem All.

Samstag, 12. November 2011

52 Songs #4: Sex

Liebe Freundinnen und Freunde der Musik,

das heutige Thema, dem ich mich getreu der Nummer 4 der 52 Songs nun widmen möchte, ist vielleicht der von allen persönlichsten Natur. Wer nämlich unter dem gewünschten Schwerpunkt Sex nicht egomanisches Sportrammeln versteht, stößt schnell an die Grenzen dessen, was man der Öffentlichkeit preisgeben möchte. Nicht umsonst flüchtet man sich oft in Verballhornung, nahezu selbstkarrikative Prahlerei, um wirklichen Gefühlen keinen Ausdruck verleihen zu müssen. Mein Ansatz soll daher weder nüchterne Realität noch romantischer Wunsch sein, sondern darf Privates verwischend als traumdeuterische Übersetzung des Songs auf eine mit den Klängen und Thema assoziierter Visualisierung verstanden werden.

Es ist der Moment von Heiß und Kalt, in dem jedes Härchen auf neuen Reiz gebannt wartend aufgerichtet ist. Licht schummrig, fast dunkel, das Gefühl von Stoff und über die Haut streifenden Atem. Die Zeit kommt fast zum Stillstand, als ein Magnetismus die Körper zueinander führt. Silhouetten werden diffusiert. Berührungen wandeln sich zu streichenden, konzentrischen Erkundungsreisen. Eine sanfte, gemeinsame Woge löst den Grund auf, läßt das isolierte, fleischliche Bündel auf einen Ozean treiben, wo es in der Schwerelosigkeit der Tiefsee versinkt. Der Rhythmus des Echolots übertönt die sausenden Ohren.
Eine innere Hitze läßt das umgebungsbetäubende Nass brodeln, welches in einen Schlund von Magma schwappend zu einer spontanen Erruption führt. Ein Feuerreigen, tanzende Sterne, das Universum rückt zusammen. In vollkommener Enge auf ein Minimum komprimiert gibt es keinen Knall, sondern die Existenz stülpt sich um und die Welt entsteht neu. Zusammengewachsen erhebt sich das Paar aus einer zeitlichen Senke der Unendlichkeit als ein geflügeltes Wesen, um kurz den Auftrieb unter den Schwingen zu spüren. Nach einem Kuß löst sich die Umklammerung. Bei geöffnetem Auge wird das zerwühlte Lager wahrnehmbar. Auf diesem befinden sich pochenden Herzens zwei Menschen, nackt.

Svefn-g-englar
Interpret: Sigur Rós
Album: Ágætis byrjun

4 Kommentare:

  1. Das ist der Inhalt einer großen Mülltonne bei mir im Hof. Meeensch, erkennt man doch :D

    Das ist kein Scrotum, das ist ein behindertengerechtes Endteil dank dem man leichter Essen reichen kann. Du steckst wohl noch zu sehr in der Materie :D
    A propos: Sigur Ros! Sehr schön :)

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  2. Bin halt kein Bonobo. Und ich will auch kein Bonobo sein. Nein, nein, nein.* :P

    *Gruß an Funny van Dannen

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  3. Stichwort Schlauchbootlippen und Airbag-Vorbau? :) Aber find ich ja beruhigend, dass die Männer irgendwie doch noch mehr auf den Inhalt achten als auf die Verpackung :)
    Meiner Meinung nach stört Musik beim Sex. Vor allem Musik mit Text, da muss ich dann immer zuhören...aber Sigur Ros für sich ist was Gutes, das schon!

    Liebste Grüße^^

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