Intergalaktische Filmreisen: Kritiken, Empfehlungen, Kommentare und Analysen

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Das Videoregal... unendliche Weiten... ein Affenmensch stellt sich den unerbittlichen Attacken der Filmindustrie. Ein Forschungsprojekt über Blu-ray Disc, DVD, VHS und Kino. Garantiert antizyklische Reviews aus dem All.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Fahrkarte ins Jenseits (1957)

Fahrkarte ins Jenseits steht in der Tradition einer ganzen Reihe von meist günstig produzierten Western von John Ford Schüler Budd Boetticher mit Genrestar Randolph Scott aus den 50er Jahren. Für einen Hauch von Abwechslung sorgt das gänzlich in das Städchen Sundown verlegte Geschehen. Scott gibt Bart Allison, einen Mann, der schon drei Jahre nach dem Mistkerl jagt, von dem er glaubt, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein. Sein Kumpel Sam (Noah Beery Jr.) begleitet ihn. Der gehetzte Schuft Tate Kimbrough (John Carroll) weiß noch gar nichts von seinem Schicksal. Er dominiert das Örtchen zwielichtig und ist just im Begriff Lucy Summerton (Karen Steele), die Perle der Stadt, zu ehelichen. Allison betritt die Kirche, spricht sein Veto gegen die Hochzeit aus und legt seine Gründe dar, die Lucy schon am Folgetag zur Witwe machen würden. Die Situation schlägt um, so müssen sich die beiden Fremden im Stall verschanzen, wo die Tragödie zunächst als Stellungskrieg ihren Lauf nimmt.

Erfrischend anders aber auch in diesem Fall eine Spannungsbremse ist die unklar umrissene Teilung in Gut und Böse. Bart Allison als zorniger Gatte gibt kaum Preis, wieviel Dreck er ansonsten am Stecken hat, oder auch nicht. Kimbrough ist zwar wenig beliebt unter den Bürgern, offenbart als wohl dunkelste Seite nur die ihn liebende Ruby James (Valerie French) und fällt insbesondere optisch nicht in die archetypische Schublade des verschrobenen Tyrannen oder Ganoven. Die Einwohner selber scheinen oftmals im Unklaren welche Position sie beziehen sollen, was letzlich zu einer etwas chaotischen Eskalation führt, der ein zwischen den Seiten parlierender Sam zum Opfer fällt.

Leider gelingt es Boetticher in Fahrkarte ins Jenseits auch nicht, die Action, oder das Drama um den rasenden Rächer, der blind vor Zorn kein Ohr für die mahnenden Worte seines Freundes hat, seine Geliebte habe sich mit vielen Männern herumgetrieben, herauszuarbeiten. Vielleicht macht es dieses Abenteuer in Technicolor besonders realistisch, jedoch hätte man dann auch gern betonen dürfen, daß zum Beispiel der Revolver ein Werkzeug gewesen ist, mit welchem sich Klapperschlangen verscheuchen lassen und das sich eher zum Nahschuß in den Rücken eignet. Unterm Strich ist Fahrkarte ins Jenseits eben doch nur ein B-Western unter vielen im sauberen Look der Mitte des nun vergangenen Jahrhunderts. Wenige Akzente reizen absolute Maniacs an diesem leidlich unterhaltsamen Film.

Originaltitel: Decision at Sundown
Deutscher Titel: Fahrkarte ins Jenseits
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 10.11.1957, USA
Regie: Budd Boetticher
Darsteller: Randolph Scott, John Carroll, Karen Steele, Valerie French, Noah Beery Jr., John Archer, Andrew Duggan, James Westerfield, John Litel, Ray Teal, Vaughn Taylor, Richard Deacon u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia

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