Ich lasse mich treiben von der Verheißung der Würze Afrikas. Meine Affenhand schaufelt einen ersten Berg Chakalaka-Chips in meinen gierigen Schlund, doch was ich als erstes schmecke, hat mehr von banaler, frittierter Kartoffel. Es fehlt Salz wollen meine sonst so empfindlich auf das weiße Gold reagierenden Geschmacksrezeptoren vermelden, doch dann umschmeichelt eine fremde Süße die Zunge. Das ist also das "Sawubona!" das Willkommen in Afrika, der Welt von Savanne und Abenteuer. Eine etwas exotische Nuance entfaltet sich in meiner Phantasie zu einer Rückansicht eines Gnus. Durchaus könnte der später erforschte Anteil von Tomatenpulver oder getarnten Geschmacksverstärkern durch die Umami-Stimulanz für diesen Gedanken an proteinreiches Getier gesorgt haben, doch zu den Geheimzutaten dieses lukullischen Trips später.
Tatsächlich wähnte ich diese Maulreise in den fernen Kontinent schon für beendet, als mich plötzlich ein Kribbeln auf der Zunge zurück auf den Plan rief. Welch Getier krauchte mir denn da unerwartet den Gaumen entlang? Ein Heuschreck, ein Skorpion gar? Sein Überlebenskampf entwickelte sich zu einem pikanten Amüsement, welches sich bei einem spontanen Schluckreflex dann jedoch unangenehm kratzig im Halse erwies.
Funny Frisch bemüht sich mit den Chipsfrisch Chakalaka scheinbar ungemein um Vielfalt im Chipsregal. Wir Kunden sind verwöhnt von zahlreichen Sorten, jedoch haben wir über die Jahre, in denen es nun nicht einfach nur Kartoffelchips sein dürfen, auch einige Sorten kommen und gehen sehen. Die Ingredienzien jedoch beschränken sich schon auf ein offensichtliches Standardrepertoire. Nur in die Ecke gedrängt zwischen Sonnenblumenöl, Zucker, Weizenmehl, Speisesalz, Tomatenpulver, Zwiebelpulver, Chilipulver, Hefeextrakt und Knoblauchpulver wird das Kartoffelprodukt durch nicht näher benannte natürliche Aromen und Gewürze individualisiert.
Gerade der eigene Charakter geht diesem Produkt jedoch ein wenig ab. Zu sehr orientiert man sich wieder an einer angenommenen Deckungsgleichheit der Gaumen. So unterscheidet sich der grundlegende Ansatz von süß nach würzig zunächst kaum von kontinental im Marketing ganz anders angesiedelten Chips z.B. im Western-Style.
Einzig die konträren Geschmacksphasen könnte man bei diesen Chips von Funny Frisch als Chakalaka bezeichnen. Hier entspricht man dem Kundenwunsch nach der so oft rezitierten Kirmes im Mundwerk, hier gibt es ein Erlebnis, welches sicher nicht einzigartig, aber doch interessant ist. Kann sich dies jedoch auf Dauer als Argument für einen Kartoffelchip der Kategorie "Das ist pervers, gib mehr davon!" durchsetzen? Mir sind die Chakalakas für eine neue Safari zu unspektakulär, zumal man sich laut Tüte 538 kcal/100g direkt in den Affenspeck schraubt. Dafür erwarte ich größeren Lustgewinn und einen authentischeren Eindruck Afrikas, den meine durch Fusion-Cooking verdorbenen Sinne nicht verspürten.
Hersteller: Funny Frisch
Produktlinie: Chipsfrisch
Produkt: Chakalaka - Würze Afrikas
Herkunft: Deutschland
Zutaten (lt. Packung): Kartoffeln, Sonnenblumenöl, Zucker, Weizenmehl, Speisesalz, natürliches Aroma, Tomatenpulver, Zwiebelpulver, Chilipulver, Gewürze, Hefeextrakt, Knoblauchpulver
Brennwert / 100g (lt. Packung): 2242 kj (538 kcal)
Funny Frisch
vor 4 Stunden

Knusprige Besprechung mit allerhand Argumenten gewürzt! Geschmacksnote: liest sich gut! Endlich bezieht mal wer Stellung zu diesem vernachlässigten Thema!
AntwortenLöschenIch fordere nun noch den Ausflug in den Orient von dem manch einer behauptet, er schmecke wie Maggi!
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
AntwortenLöschen@ Schlombie: Freut mich, daß diese mitternächtliche Schnapsidee solchen Anklang findet. Erotik-Bockel meinte im Chat, ich solle doch ein Review zu diesen Chips schreiben und das habe ich dann kurzum getan. :D
AntwortenLöschenEs würde sich durchaus anbieten auch ab und zu weitere Snacks zu besprechen. Meine Klassiker habe ich ja sowieso und hin und wieder greife ich auch mal zu etwas anderem. Mir schwebt sogar ein besseres Afrikaprodukt vor, wenn man dies denn noch bekommt. Das gab es zur WM.
Die Oriental Chips werden auf der Homepage immerhin mit einer Auflistung der Gewürze bedacht, das läßt hoffen. Chakalaka ist ja vom Grundsatz her schon eine Mischung und da gibts wohl auch keine wirklichen Regeln, deshalb kann man da im Prinzip alles reinpanschen.
Ich glaube sogar, daß ich die Sorte Oriental noch nicht hatte. Ich meine mich dunkel zu erinnern, etwas mit dem Namen Asia regelmässiger gekauft zu haben, aber das ist schon ewig her. Ich hoffe die Oriental schmecken nicht wirklich nur nach Maggie, das wär ja ätzend.^^
@ Whoknows: Sorry, ich habe deinen Kommentar mal entfernt, weil der Clip wohl wegen eines Urheberproblems nicht abspielbar ist. Google verrät mir aber, daß der Interpret selbstverfreilich im Plattenschrank vertreten ist. Und da kann man sich den Affenspeck dann auch wieder von der Hüfte schwingen. ;)
Schade! Ich hätte noch eine Version von "Swinging Safari" mit knackigen jungen Frauen gehab, wollte dir den Chips-Genuss aber nicht verderben. ;)
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