bereits im letzten Monat habe ich das System der Medienampel auf Intergalaktische Filmreisen eingeführt. Die Idee dahinter ist, einen grundsätzlichen Eindruck davon zu vermitteln, was ich gesehen/gelesen/gehört habe. Das Farbschema der Medienampel ermöglicht es mit hierbei, eine knappe, wortlose Kategorisierung zu schaffen. Ich erhoffe mir dadurch eine banale Orientierungshilfe zu schaffen und vielleicht Anlaß zu geben, sich näher mit einem der Exponate zu beschäftigen, oder es einfach mal wieder hervorzuholen.
Der letzte Monat stand bei mir ganz klar im Zeichen der Serie. Nicht nur zog es mich immer wieder hin zu unterschiedlichsten Tatort-Ausstrahlungen, auch haben die Serien Roseanne, How I Met Your Mother und Supernatural Einzug in meine DVD-Sammlung genommen. Ich führe diesen Trend ganz einfach auf die Erfahrung zurück, die ich während meiner leidenschaftlichen DVD-Sichtung einer meiner Lieblinge, The Big Bang Theory, gemacht habe. Wo die Konzentration auf den Job immer weiter zunimmt, ist es oftmals kaum möglich, abends noch einen wirklich anspruchsvollen Film zu schauen.
An dieser Stelle einfach eine ganze Latte Folgen einer Fernsehserie abzuspulen ist für mich eine gelungene Alternative zu synapsenschonendem Trash geworden. So ist wohl kaum verwunderlich, daß bereits weitere Käufe in Richtung Im Angesicht des Verbrechens, Six Feet Under, True Blood und Veronica Mars getätigt wurden.
Ob ich mich nun viel oder wenig mit anderen Konsumgütern beschäftigen konnte, ist sicherlich Ansichtssache. Es gab immer Zeiten, in denen ich deutlich mehr Musikalben, Filme oder Bücher aufgelistet hätte. Insgesamt bin ich mit der Ausgewogenheit dieser Mischung zufrieden und kann das doch erstaunliche Gesamtvolumen nur dadurch erklären, daß ich an anderen Stellen einspare, nämlich bei sinnlosem Fernsehkonsum (praktisch nicht vorhanden) oder Rauschmitteln (kein Interesse).
Ein bisschen ärgere ich mich höchstens, diesen Monat keinen vollen Roman beendet zu haben. Dies erklärt sich aber ganz leicht dadurch, daß ich hier Ballast von vor etwa 18 Jahren wieder aufgegriffen habe. Seinerzeit legte ich Stephen Kings "Es" etwa auf Seite 550 gelangweilt beiseite und habe es jeher nicht mehr angerührt. Bei meiner Mission bin ich dann auch wieder bis in die 300er fortgeschritten, nur um jetzt festzustellen, daß es sich bei dieser angeblich limitierten Sonderausgabe von 1993 um eine von Joachim Körber teils neuübersetzte Überarbeitung der gekürzten Erstausgabe von Alexandra von Reinhardt handelt. Und auch diese soll nicht voll dem Original entsprechen. Aber ehrlich? Ich bin schon wieder froh, wenn ich da durch bin. King und ich sind wie Feuer und Wasser.
Nicht verzeichnet habe ich übrigens die Hörspiele des vergangenen Monats. Es handelt sich dabei um die heute meist eher mediokren Geschichten der Pizzabande, die bei Europa erschienen sind. Zwar habe ich nicht bei allen Folgen vorzeitig die Segel gestrichen, jedoch bin ich ansonsten immer sehr schnell eingeschlafen, so daß man nicht von einem Gesamteindruck sprechen kann. Interessanterweise kann ich mich dabei zwar teils an die Geschichten erinnern, jedoch nicht mehr genau festlegen, ob es sich dabei nicht auch um die Buchversion, die ich als Kind verschlungen habe, handeln könnte.
Ansonsten erinnere ich mich eher an die Kassetten von Schneider, die mir auch heute noch präsent sind. Man kann also von einer weiteren Lückenarbeit sprechen - Luxusproblemen, die ich in meiner Generation jedoch oft bemerke, spätestens seit es das Internet gibt, wo man sich über seine aktuellen Spleens austauschen kann.
Und apropos, natürlich frage auch ich mich langsam, ob man die in diesen langen und damit konträr zur eigentlichen Idee stehenden Text steckende Energie nicht auf das Verfassen von fachlich versierteren Inhalten hätte anwenden können. Doch eigentlich befreie ich hier gerade nur total awesome meinen Kopf von geistig Erbrochenem im Doogie Howser Modus, während ich des Nächstens kaum geschlafen habe und an einem freien Tage vor dem Rechner vegetiere. Vielleicht werde ich ja doch langsam ein normaler Blogger. Whatuuup!? Stimmt natürlich nicht, denn ich habe einige Sachen in der Vorbereitungspipeline, die etwas Zeit brauchen. Außerdem, wer hat jetzt wirklich bis hier gelesen und nicht vorgespult, wozu ich nun den Bogen bekommen muß?
Einstweilen wünsche ich einen gesunden und erfolgreichen Februar. Wahnsinn eigentlich, jetzt geht 2012 auch schon in Runde 2.
Euer Intergalactic Ape-Man
Bemerkenswert
Auffällig
Nüchtern
Anstrengend
Film und Serie
Blutzbrüdaz (2011, Özgür Yildirim)
Das Urteil - Jeder ist käuflich (2003, Gary Fleder)
Vorstadtkrokodile (2009, Christian Ditter)
Hondo (1967, Lee H. Katzin)
Fear and Loathing in Las Vegas (1998, Terry Gilliam)
Tatort: Hilflos (2010, Hannu Salonen)
Zombieland (2009, Ruben Fleischer)
Bonnie und Clyde (1967, Arthur Penn)
2012 (2009, Roland Emmerich)
Bank Job (2008, Roger Donaldson)
Der weiße Hai in Venedig (2008, Danny Lerner)
Tatort: Keine Polizei (2012, Kaspar Heidelbach)
Tatort: Frau Bu lacht (1995, Dominik Graf)
Jerry Cotton (2010, Cyrill Boss/Philipp Stennert
Tatort: Falsches Leben (2009, Hajo Gies)
Tatort: Die Heilige (2010, Jobst Oetzmann)
Tatort: Ein Fall für Ehrlicher (1992, Hans-Werner Honert)
Tatort: Lockvögel (1996, Jörg Grünler)
Tatort: Todesbilder (2012, Miguel Alexandre)
How I Met Your Mother (Season 1)
Roseanne (Season 1)
Zack and Miri Make a Porno (2008, Kevin Smith)
How I Met Your Mother (Season 2)
Die Enttäuschten (1959, Claude Chabrol)
Supernatural (Season 1)
Tatort: Verschleppt (2012, Hannu Salonen)
How I Met Your Mother (Season 3)
Defender - Der Tod ist sein Geschäft (1993, John Weidner)
Supernatural (Season 2)
Das Mädchen mit den Katzenaugen (1958, Eugen York)
Musikalben
Deichkind - Aufstand im Schlaraffenland (2006)
Ted Nugent - Ted Nugent (1975)
Israel Vibration - The Same Song (1978)
Gregory Isaacs - Soon Forward (1979)
Kasabian - Empire (2006)
Das Bo - Dumm aber schlau (2008)
Joss Stone - Colour Me Free! (2009)
Coldplay - Parachutes (2000)
Coldplay - A Rush of Blood to the Head (2002)
Wilco - A.M. (1995)
ja das ist wahr. ich find norwegen auch wunderschön!
AntwortenLöschendanke für dein Kommentar ;)
AntwortenLöschenJa, nichtstun finde ich auch ziemlich schwer, aber ich versuchs :)
Six feet under und Veronica Mars! Ich bin sehr stolz auf dich, was deine Serienentwicklung angeht.
AntwortenLöschenjo, durch die DRECKSVERFI*%&$§$"%& bin ich auch zum passionierten Serien Glotzer geworden. Außerdem sind viele Serien Freundin-verträglicher als die Filme, die ich mir so anschauen würde. Besonders How I met your mother und Big Bang Theory. Rein zeitlich ist es oft aber eine Milchmädchenrechnung, weil man teilweise dann garnicht mehr aufhören kann die Serie zu schauen. Und spätestens nach 3 oder 4 Folgen hätte man auch einen "regulären" Film geschafft ;-)
AntwortenLöschenund: Ich hab den Post ganz gelesen...ich mache keine halben Sachen ;-)
Sehr zuvorkommend. ;)
LöschenIch glaube nicht, daß Judith (s.o.) ein Milchmädchen ist, aber zumindest hat sie entscheidend zu meiner Serienwahl beigetragen. Ob es jetzt Zufall ist, daß es sich da um eine Frau handelt, weiß ich nicht. Gerade zu Veronica Mars haben mir auch Männer geraten, was mir den letzten Stoß gegeben hat, meine Bedenken auszuräumen.
Es liegt bei mir jedenfalls nicht an der Laufzeit. Manchmal bleibe ich dann sogar volle 160 Minuten dran, wenn die DVD das hergibt, oder lege dann sogar noch ein paar Folgen nach, wenn ich um 8 angefangen habe und sowieso wieder nicht vor 1 pennen kann. Was mit entgegen kommt ist, daß man eben nicht so eine große Aufmerksamkeitsspanne benötigt und es auch sonst milder zugeht als in manchen Filmen. Sei es nun Lautstärke, Aggression, Tiefgang, Anspruch oder was auch immer. Und wenn gibt es oft noch eine kurze Zusammenfassung vor der nächsten Folge. :D
Ich fühle mich geehrt!
AntwortenLöschenklar hast du recht aber wenn man es wirklich das erste mal miterlebt ist es schon komisch
AntwortenLöschenMan weiß zwar das es passiert und alle da sagten auch THATS LIFE. Man kann es nunmal nicht ändern aber es ist wirklich was anderes das sich selbst zu sagen und es dann zu erleben. Dann reagiert man doch etwas anderes und total abgebrüht wird man da nie sein. Selbst die erfahrenden Krankenscwestern sind danach erstmal kurz an die frische Luft. Glaube sowas nimmt einen immer mit. Kehrseite in dem Sinne es ich bis jetzt immer nur die positiven seiten mitbekommen habe, leute helfen mit ihnen reden und sie unterstützen und dann der Tod. Natürlich gehört er zum Leben dazu und unerfahren bin ich ganz und gar nicht. ich war selbst jahrelang im Krankenhaus und kenne mich mit dem Sterben sehr gut aus aber trotzdem. Als Pflegekraft da zu stehen und nix machen zu können ist erstmal sehr traurig. Vorallem weil ich diejenige war die ihn vorgefunden hat und ich echt keinen Schimmer hatte was ich tun sollte außer hhilfe zu holen.
Aber so ist das nunmal
Ich danke dir für einen echt ausführlichen Kommentar :)!
Das was du da oben verfasst hast, ist sehr schön :)
AntwortenLöschenUnd ja, bis eben habe ich Musik gehört, wirklich den ganzen Tag. Du hast schon Recht.
Jerry Cotton fand ich eigentlich ziemlich anstrengend!
AntwortenLöschenIch weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Es hatte nichts gemein mit dem, was ich mit Jerry Cotton verbinde, außer einem roten Jaguar. Soll ich jetzt glücklich sein? Ich weiß erhlich gesagt nicht, wie ich es als Jerry Cotton Umsetzung einordnen soll. Andererseits hätte es weit schlimmer kommen können. Es war eine versiert belanglose Kriminalkomödie, der man wie so oft nachsagen kann, daß wir sowohl Schauspieler haben wie visuelle Gestalter, aber der Kick aus dem Drehbuch fehlte offenbar. Das war sicher besonders schade, weil gerade Christian Ulmen wieder ganz groß aufgetreten ist und außer Looks eben nichts zu bespielen bekam.
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