Eine bemüht parodistische Parabel auf die amerikanische Politik wird mit Pornosternchen und Alt-Freddy Robert Englund inszeniert. Zombie Strippers ist für die ersten Meter noch ganz gut, obwohl billiger Look und schrille Farbgestaltung konsequent an den Sehnerven nagen.
Es scheint viel mehr, als käme man nicht auf dem Punkt, so daß stichelnde Possen in durchschnittlich schlechter Maskenbildnerei und dem ungelenken Schwung von fettabgesaugter Hüfte nebst vor Silikon berstenden Brüsten versumpfen.
Was sich wie eine rauschende Talfahrt von nationaler Ebene über zombiejagende Einsatztruppen hin zu einem illegalen Stripclub bewegt, ist schließlich nichts anderes als eine weitere Legitimation, ein mit europäischen Augen besehen so harmloses Stangentanzen zu inszenieren. Daß sich in Zombie Strippers nach Verbreitung der obligatorischen Seuche verfaulende Girls mit zunehmendem Publikumserfolg räkeln mag auch selbstkritisch als kultureller Tiefpunkt der Jahrmarktsschaustellerei sein.
Viel schlimmer jedoch ist hier die mangelnde Originalität, rezitiert Englund in seiner Rolle als Clubbetreiber schließlich wesentlich die Darstellung von Michael R. Thomas in Bite Me! (oder dessen Vorbilder aus Filmen wie Striptease). Gleichwohl behandelt übrigens auch jener Monsterfilm aus der Feder Brett Pipers, dessen Budget noch geringer ausgefallen sein dürfte als bei Zombie Strippers, die Bissigkeiten unter den Mädchen deutlich schlüssiger.
Obschon Zombie Strippers für amerikanische Kinoverhältnisse ein doch äußerst sensibles Stück politischen Kabarettismus darstellen soll, was die Aufschlüsselung nahelegt, so sind außer Robert Englund die Schauspieler klar mit ihren Rollen überfordert, lassen insbesondere durch ihren Blick verlautbaren, daß sie nicht eins mit der dargestellten Figur sind. Als fixe Idee scheint der Film deshalb nicht ausgereift, erreicht nie die gewollte und leider auch nie eine unfreiwillige Komik. Statt des erhofften Trash-Highlights erweist sich Zombie Strippers daher in weiten Zügen als billig und einfach blöd, wo es nicht hätte sein dürfen.
Originaltitel: Zombie Strippers
Produktionsland: USA
Erstaufführung: 23.02.2008, Glasgow Film Festival, Glasgow, Schottland
Regie: Jay Lee
Darsteller: Jenna Jameson, Robert Englund, Roxy Saint, Penny Drake, Whitney Anderson, Jennifer Holland, Shamron Moore, Jeannette Sousa, Carmit Levité, John Hawkes, Brad Milne, Zak Kilberg u.a.
OFDb, IMDb, Wikipedia, Moviepilot
vor 1 Tag
Oh Gott, den Film kenne ich sogar. Zumindest den Anfang mit dem Tanz von Zombie-Jenna Jameson an der Stange. Das war eigentlich noch ganz witzig. Plump aber witzig.
AntwortenLöschenMit Strippers vs. Werewolves ist übrigens gerade eine Fortsetzung in der Mache wieder mit Englund.
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