nachdem ich dieses Wochenende all zu eifrig ganze 10 Minireviews zum Thema Guilty Pleasures abgefrühstückt habe, bin ich mal gespannt, ob ich noch die Energie habe, diesen Medienmontag im aufrechten Gang zu überstehen. Zumindest kocht ausreichend Enthusiasmus in mir, um auch diese Woche zu früher Stunde ans Werk zu gehen. Viel Spaß.
1. Der beste Film mit Cillian Murphy ist für mich Red Eye, da seine Rolle als Scarecrow zu klein ist und ich mich an seinen Auftritt in Unterwegs nach Cold Mountain irgendwie nicht mehr erinnern kann. In Red Eye aber stellt er sich erfolgreich einem fordernden Film, mit dem Wes Craven sich durchaus versiert dem klassischen Suspensethriller stellenweise fast schon genre-analytisch widmet.
2. Ethan und Joel Coen haben
3. Der beste Film mit Naomi Watts ist für mich Tödliche Versprechen.
4. Mein(e) Filmhighlight(s) 2012 werde ich frühestens im Januar 2013 bekanntgeben können.
5. Letzte Woche sind „Die Muppets“ in den deutschen Kinos angekommen. Unabhängig davon, ob ihr den Film sehen wollt, bereits kennt oder er euch überhaupt nicht interessiert, wie ist eure Meinung zur Wiederbelebung eines so lange vergessenen und zuletzt nicht mehr sonderlich erfolgreichen Franchise?
Oftmals ist es ja so, daß ein Anschluß an ein Franchise kaum möglich ist, weil man für Fans eine frühere Stimmung nicht reproduzieren kann, das Bild durch technische und geschmackliche Anpassungen wie neue Schauspieler verzerrt und bestenfalls für ein neues Publikum ansprechend wird. Da es sich bei den Muppets um Puppen handelt, hat dieses Franchise vielleicht sogar noch am ehesten eine Chance, denn es war ja seit jeher Tradition, die Figuren mit angesagten Gaststars zu paaren.
Speziell der Muppet Film geht mir dabei jedoch relativ am Gesäß vorbei, da ich zu der Reihe kaum einen Bezug hege. Meine erste Begegnung war wohl zu einer Zeit, wo ich noch Sesamstraße guckte. Insofern habe ich kaum verstanden, was man da von mir wollte und die Darstellung Kermits war auch eher verstörend. Die Gesamtatmosphäre war recht befremdlich. Zeitweise habe ich die Zeichentrickserie Muppet Babies geschaut und fand die stellenweise gut, aber andererseits nicht sonderlich schillernd in meinem Relevanzkorridor. Immer wenn ich dann noch mal was mit den Muppets gesehen habe, fand ich Statler und Waldorf irgendwie sympathisch, zumal sie mit ihren Bewertungen meiner Meinung gar nicht so fern lagen.
Generell waren die Muppets mir entweder zu aufgedreht, zu wenig ansprechend oder mit den dann schon vollkommen zeitlich unpassenden Bezügen seltsam. Peter Jackson hat dann mit Meet the Feebles eine Quasi-Neuauflage geschossen, die mich dann zielsicher ins Herz traf. Klar, das war der Stoff, nach dem wir seinerzeit in der Videothek suchten. Vielleicht würde ich die Muppets heute mögen. Aber ehrlich gesagt hab ich genug zu tun.
6. Nachdem sich in den letzten Wochen bereits einige als Serien-Fans „geoutet“ haben: Welches ist eure liebste Serienfigur (!) und warum?
Eine Lieblingsserienfigur zu küren ist schwer, wenn nicht gar gefährlich. Gerade in Serien ist es oftmals so, daß es ein zielsicheres Zusammenspiel ist, durch welches die unterschiedlichen Extreme Vorlagen geben und verwandeln können. Leonard in The Big Bang Theory zum Beispiel hat die erste Zeit ein perfektes Dreieck zu dem neurotischen Sheldon und der unglücklichen Liebe Penny gebildet. Man merkt am Verlauf der Serie deutlich, wie durch die später wegbrechende Spannung zwischen Leonard und Penny versucht werden muß, durch Konzentration auf andere und wechselnde neue Figuren ein neues Verhältnis herzustellen, welches in der Lage ist, die Zuschauer weiterhin so zu fesseln, was nicht durchweg mit Erfolg gekrönt ist.
Obschon ich mich gerade mit Figuren wie Doug Heffernan (King of Queens) gut identifizieren kann, so lebt doch auch diese Serie gerade aus der Spannung zwischen ihm und Carry, welches durch Arthur zusätzlich strapaziert wird. Obwohl ich derzeit also parallel Supernatural, Roseanne, Parker Lewis und How I Met Your Mother - und damit etwas noch relativ weit entferntes - gucke, gibt es für mich nur eine Lieblingsfigur, die ich auf diese Frage nennen kann.
Zwar zehrt auch Tony Soprano von den Spannungen um ihn herum, jedoch könnte gerade bei dem filmischen Charakter der Serie mit den unzähligen Vertrickungen vielleicht am ehesten eine Figur um ihn herum reibungslos ausgetauscht werden, was ja per Hinrichtung hier und da aus dem Nichts passiert. Die Sopranos an sich sind eine Serie der Extreme, da es zum einen um eine typische Familienhandlung geht, Tony aber noch Kopf einer zweiten Familie wird, nämlich der lokalen Mafia. Nicht nur ist es originell, sondern auch ein Sinnbild unserer modernen Verhältnisse, wie er zwischen den Ansprüchen zwischen Heim und "Job" an Panikattacken zerbrechend den Weg zum Psychiater sucht - was er sich als Zeichen der Schwäche in seiner Position gar nicht erlauben dürfte.
Die Figur Tony Soprano ist deshalb die vielleicht ultimative Projektionsfläche, weil sie im Grunde alles sein kann, was wir sind und gleichzeitig auch alles machen kann, was wir nicht dürfen. Einerseits eine liebender und liebenswürdig sympathischer Mensch ist Tony Soprano gleichzeitig auch ein egozentrischer Tyrann. Nicht nur mangelnd es ihm, so spricht der Körper, beim Essen an Disziplin. Er hintergeht auch regelmässig seine Frau.
Tony Soprano kann sich nehmen, was ihm beliebt und er schreckt auch nicht davor zurück, für die Aufrechterhaltung der Machtverhältnisse zu töten. Andererseits hat er auch gerade hierfür Rechnung zu tragen und so fordert sein Lebensstil mehr als nur diplomatisches Geschick, wenn sein Verhalten auf ihn zurückfällt.
Natürlich sprechen mich die Sopranos auch gerade deswegen an, weil mir episch angelegte Mafiafilme zusagen, aber selbst unter Berücksichtigung anderer "Männerfiguren" wie Homer Simpson oder die für mich etwas aus dem Fokus geratenen Al Bundy und Tim Taylor (Hör mal wer da hämmert), ja auch gegen andere ikonische Serienhelden wie Caine (Kung Fu) kann es für mich nur eine Antwort geben, die so genau passt: Tony Soprano. End of story!
7. Mein zuletzt gesehener Film war Tatort: Verschleppt und der war photographisch ansprechend, weil man sich abermals bemühte, zeitgenössisch kalte Bilder für einen Entführungsfall zu verwenden. Atmosphärisch konnte man sich stellenweise vom Vorurteil des angestaubten Sonntagskrimis lösen, wenngleich es noch ein paar Minuten bedarft hätte, ein paar Fragen erzählerisch auszuleuchten. Wenngleich man Limitierungen eines Fließbandfernsehfilms bis hin zu Hemmnissen der Massenkompatibilität wegen spüren konnte, so gelang doch ein sehenswerteres Beispiel einer leider zu oft auf nur ausreichende Ergebnisse abonnierten Reihe.
So und nun wünsche ich aber hurtig einen guten Start in die neue Woche.
Euer Intergalactic Ape-Man
Ich muss ja sagen das ich mit dem Sopranos nie wirklich warm geworden bin. Ich hab mir die ersten 2 Staffeln angesehen, aber so wirklich angesprochen hat mich das Konzept nicht. Eine schlechte Serie ist es auf keinen Fall, man möge fast das Wort Epos nutzen. Aber für mich war die Serie einfach nichts.
AntwortenLöschenUnd O Brother, Where Art Thou kann ich dir nur wärmstens empfehlen.
Du hast aber hoffentlich nicht die deutsche Synchro gesehen? Da geht nämlich der ganze Mafiaslang, der sich ja teilweise referentiell der Filmvorbilder, die sich dort wie selbstverständlich auch in die Subkultur der Mafia eingeschlichen haben, bedient verloren. Das ist überhaupt eine Sache, die ich oben gar nicht deutlich hervorgehoben habe. Die ganze Serie Sopranos lebt natürlich auch davon, wie viele gute Serien eben die Popkultur spiegeln. Eine zeitgenössische Mafia baut so auf dem auf, was wir eben aus Filmen ganzer Generationen kennen und entwickelt innerhalb der eigenen Lebensweise eben auch eine eigene Rezeption. Das ist als Kinofan allein schon spannend.
LöschenHuuuh! Du hast das böse F-Wort gesagt! Ich bin fast ein bisschen schockiert :D
AntwortenLöschenUnd: DU KANNST MIT BIG LEBOWSKI NICHTS ANFANGEN?? Dass es sowas noch gibt. Der Dude packt das, Mann.
Verdammt richtig! Vielleicht vorher die richtige Menge Kaluha trinken.
LöschenOk ich hab die deutsche Version gesehen. Aber irgendwie fand ich die Serie bis auf ein paar Ausnahmen irgendwie farblos. Vielleicht hab ich auch zu wenig Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Ein Bekannter meinte im Laufe der Jahre wird die Serie immer besser, aber das Stehvermögen hatte ich damals wahrscheinlich einfach nicht.
AntwortenLöschenGuck Die Sopranos einfach mal im Original. Das kann schon viel ausmachen. Es gab seinerzeit sogar Zeitungsartikel, die diesen Grund für das Scheitern der Serie im deutschen Fernsehen anführten. ;)
Löschenstimmt, serienfiguren leben natürlich in erster linie von ihrem zusammenspiel ... grad bei king of queens finde ich, dass das ganz ausgeprägt ist ... aber auch two and a half men zb ist ja nur so lustig, weil die figuren interagieren ...
AntwortenLöschenJetzt habe ich extra nochmal unseren ersten Kommentarvarlauf begutachtet und tatsächlich: Wir hatten das schonmal :D Aber in fast einem Jahr kann man sowas schonmal vergessen. Ich erinner mich nun auch wieder an Zeiten in denen du mir erzähltest, du seist Serienhasser. Und nun zitierst du quasi dauerhaft HIMYM und warte.. Big Bang dem du dank mir eine Chance gegeben hast :D Im März können wir dann auch schon unser Einjähriges feiern ;) *commentfive*
AntwortenLöschenJaaa, Mileys Stimme ist richtig krass. Ich habe den Film auf englisch geguckt und dachte nur: Whoooot? :D Total witzig. Aber i mog des.
Camp Rock finde sogar ich doof. Aber ich mag die Jonas Brothers auch nicht. Guck unbedingt mal High School Musical. Total unterschätzt und toll.
Titanic! Guck den endlich! Ich glaub es geht los. Es gibt echt noch Menschen, die den nicht gesehen haben. Wird Zeit.
Und Fackeln im Sturm? Kennst du nicht, obwohl du sie auf DVD hast? Also, das muss du auch ändern. Großes Kino. Dank der Serie konnte ich damals im Geschichtsunterricht prima mitsprechen und kein anderer hatte so Plan. Ist auch gar nicht mal so schnulzig. Also irgendwie schon, aber auf einer anderen Ebene als Vom Winde verweht. Und Vom Winde verweht ist so großartig. Seit ich 10 bin träume ich von einem Rhett Butler.
Also musst du gucken. Schon allein zur Ehren von Carradine.
Und du bist ein Justus? Ich bin ja komplett und für immer und ewig Peter. Naja und Bob. Allein schon weil er so eine beruhigende Stimme hat und immer in Bibliotheken rumhängt. Justus ist nämlich ein selbstgerechter Fettsack. Jaha.
So. Du hast viel vor. Erfülle deine Aufgabe und dann nimm diesen Stein!